Plane mit dem Unplanbaren

11. April 2022

die Bedeutsamkeit zeitgemäßen Risikomanagements

Chancen wahrnehmen und Risiken vermeiden: Das sind die zentralen strategischen Herausforderungen jedes Unternehmens. Doch an einer Umsetzung scheitern viele Unternehmen, weil sie veraltete Prozesse am Laufen halten und Veränderungen widerwillig begrüßen, ganz nach dem Motto: „Lass die andern sich verändern und bleib so wie du bist.“


Irgendwer hat mal gesagt: Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet. Die meisten Menschen machen sich aber nur Gedanken über die Zukunft, wenn sie in der Gegenwart Probleme haben. Das ist zu spät! Das heißt: Noch mehr als in der Vergangenheit müssen wir vom Unternehmensbewohner zum Unternehmensgestalter werden und aktiv neue Märkte und damit die eigene Zukunft nicht nur gestalten, sondern überhaupt erst ermöglichen. Die Unternehmen liefen bereits in der Vergangenheit in Zeiten von höher, schneller und weiter immer mehr in die Gefahr, beliebig und austauschbar zu sein. Dies erhöht den Zugzwang und den Druck, immer wieder neue Innovationen zu entwickeln und zu etablieren, um im Markt bestehen zu können. Letztendlich erfordert es eine neue Führungskompetenz, denn während der Wandel früher ein temporäres Ereignis war, sehen sich Betriebe heute einer fortlaufenden Anpassungskultur konfrontiert. 

Klassisches Risikomanagement oder Rettungsringe in der Wüste

War in der Vergangenheit der hohe Wettbewerb ein immenses Kriterium, das über den Erfolg eines Unternehmens bestimmt hat, so kamen in den letzten Jahren und vor allem letzten Monaten (vermeintlich) unberechenbare Faktoren beziehungsweise Herausforderungen hinzu. Vermeintlich, weil uns ist nicht erst durch den aktuellen Krieg in der Ukraine bewusst geworden, was Wertschöpfungsketten und Störungen dieser für Auswirkungen auf unsere Wirtschaft haben. Immerhin ist der Beginn der letzten, noch andauernden Krise gar nicht lange her und doch scheint es, als wären Wirtschaft und auch Politik in eine Lernverweigerungs-Haltung übergegangen. Und das ist für ein funktionierendes Risiko Management fatal, denn wie wir bereits festgestellt, umfasst dieses nicht länger einen punktuellen, situativen Prozess, sondern viel mehr einen kontinuierlichen, fortlaufenden. Doch hier hört es nicht auf: Willens zu sein, Risiken zu identifizieren und zu akzeptieren, ist wichtig, um Strategien entwickeln und dynamische Prozesse überhaupt in Gang setzen zu können. Das Controlling ist hier ein Dreh- und Angelpunkt. Es gilt nicht nur Daten, Zahlen und Fakten zu sammeln und an die Geschäftsführung weiterzutragen, sondern die Auswertung dieser Informationen immer wieder neuzudenken und zu bewerten, denn: Die einen haben die Flutkatastrophe vorausgesehen, die anderen jedoch nicht. Aber Wasser und Zerstörung warten nicht, bis wir veraltete Prozesse des Risikomanagements erprobt und durchexerziert haben.

Die Folge: Unternehmensriegen verharren – im Worst-case-Szenario – in einer buchstäblichen Schockstarre oder reagieren auf Risiken und Krisen viel zu spät.

Doch Unternehmen haben nicht die Zeit, sich erst zu wandeln, wenn sie von äußeren Umständen dazu gezwungen werden.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Eines ist klar: Risiken in Kauf zu nehmen und sich im ständigen Wandel zu befinden, bedeutet für viele Unternehmen, sich außerhalb der Komfortzone zu bewegen. Doch die Implementation neuer Prozesse und einer gesunden Fehlerkultur, hilft nicht nur dabei, Krisen zu überstehen und sich von Mitbewerbern abzugrenzen, sondern auch, Märkte neu zu gestalten. Märkte neu zu gestalten wiederum, Innovationen zu kreieren und Raum für neue Potentiale und Chancen zu schaffen. Ein Beispiel hierfür ist mitunter die Erfolgsstory von Tesla-Gründer Elon Musk. Musk hat nicht nur gezeigt, wie zielführend innovatives Denken ist, sondern auch, wie wichtig es ist, sich bei der Umsetzung nicht in Abhängigkeiten zu begeben – welche in Krisenzeiten zur Handlungsunfähigkeit führen können.

Wenn die Marktlogik dem Menschen folgt …

Veränderungen sind kein Problem und auch nichts Neues – neu sind einzig die Gründe für die Veränderung! Neue Technologien entwickeln sich im rasanten Tempo und Unternehmen sind bemüht, Schritt zu halten. 

Zentral wird es sein, Altes und Bekanntes aus einer neuen Perspektive zu sehen! Mit Big und Smart Data sowie der Berücksichtigung des jeweiligen Zielgruppenblickwinkels – via Social Media – stehen völlig neue Entwicklungspotenziale bereit. Wichtiger denn je wird es sein, sich für Neues zu öffnen, Umwelteinflüsse und ferner globale Krisen bewusst in die strategische Planung und operative Umsetzung einfließen zu lassen.

Denn: Der Makro-Kosmos Unternehmen kann nur unter der Rücksichtnahme seiner Umwelt weiterexistieren. Und diese Entwicklung ist bereits in vielen Bereichen erkenn- und spürbar. Wir befinden uns mehr denn je in Käufer- und weniger in Verkäufermärkten. Heißt auch, dass sich die wirtschaftlichen Machtstrukturen verändern bzw. beginnen, sich punktuell umzukehren.

„Klopapier ist ein schlechter Anker“

Entgegen kurzfristiger Schnellschuss-Reaktionen sollte die kontinuierliche Agilität, Offenheit und Wandlungsbereitschaft in den Fokus der unternehmerischen Entwicklung gerückt werden. Digitalisierung folgt der Logik der gefühlten Individualisierung und stellt damit das Konstrukt Mensch in den Mittelpunkt sämtlicher Innovationen.

Doch der Weg dahin bedeutet eine fortwährende und strategische Arbeit des eigenen Unternehmenskonzeptes: zu einer vertrauensvollen, orientierungsgebenden und sicherheitsvermittelnden Unternehmenswahrnehmung. Gefragt sind kreative Unternehmensgestalter und -innovatoren, die die betriebliche Zukunft überhaupt erst ermöglichen!

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